Tag des Artenschutzes

Heute ist der Tag des Artenschutzes und ich finde es unfassbar, dass dieser wichtige Tag bereits 1973 eingeführt wurde – ohne dass wir einen nennenswerten Kurswechseln in den vergangenen 48 Jahren hinbekommen haben.

Klar, Artenschutz bedeutet seit Jahren ein Verbot von Elfenbeinhandel. Exotische Tiere dürfen nur mit besonderen Genehmigungen ausgeführt werden. Und das Schicksal der Berggorillas lässt nur wenige kalt. Hand aufs Herz: Das ist jedem bekannt. Aber viel gebracht haben uns diese Erkenntnisse nicht.

Oder doch vielleicht diese Erkenntnis: Unsere Artenvielfalt ist sehr empfindlich. Und ist eine Art einmal ausgestorben, dann gibt es kein zurück mehr. Wir sind dabei, die Festplatte unseres Planeten zu löschen.

Wir müssen gar nicht zu den Elefanten oder Gorillas schauen. Es reicht, sich den Kühlergrill des eigenen Autos im Sommer anzuschauen. Nach einer schnellen Fahrt war dieser noch vor wenigen Jahren von einer Schicht Insekten bedeckt. Jetzt nicht mehr. Wir haben es durch den immensen Einsatz von Insektiziden, Zerstörung von Lebensräumen und eine immer intensivere Landwirtschaft geschafft, Milliarden kleinste Lebewesen gar nicht mehr entstehen zu lassen. Diese sind Nahrung für Vögel. Aber eine Lerche habe ich in diesem Jahr noch nicht gehört oder gesehen.

Wir müssen die Arten vor unserer Haustür schützen! Wir brauchen sie – und sie brauchen uns. Biotopverbünde, Rückzugsgebiete, sich selbst überlassene Natur sind die einzige Chance, die Katastrophe noch aufzuhalten. Denn sie geht Hand in Hand mit einem noch größeren Alptraum, nämlich dem Klimawandel. Auch dieser ist von Menschenhand gemacht und was diese Veränderungen erst mit der Artenvielfalt anstellen werden, vermag ich mir gar nicht auszumalen.

Das Gute kann sehr nahe sein: Ein Umdenken in der Land- und Forstwirtschaft gehört für mich dazu. Und Schutzzonen. Die Senne ist DER Hotspot der Artenvielfalt in NRW – ja, manche sagen: in ganz Deutschland. Die Schaffung des Nationalpark Senne wäre dann beispielsweise mal eine gute Tat für die Artenvielfalt – und ein wichtiges Signal für den Artenschutz.

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