Wenn das Kind Diabetes hat, aber keine Schulbegleitung da ist

Wenn ein Kind an Diabetes erkrankt,  hören die Sorgen der Eltern nicht mehr auf: Immer wieder taucht die Frage auf, ob der Blutzuckerspiegel richtig eingestellt ist – oder ob plötzlicher Zuckerschock oder Unterzuckerung droht. Sind die Kinder aber in der Schule, müssen andere Menschen dafür Sorge tragen, dass der Tag nicht böse endet. Sogenannte Schulbegleiter:innen könnten hier segensreich helfen – wenn nicht die bürokratischen Hürden so hoch wären. „In der Diabetesambulanz der Kinderklinik werden ca. 300 Patient:innen aus Paderborn und umliegenden Kreisen betreut“, weiß die Kreis-Fraktionsvorsitzende der Grünen Norika Creuzmann. „In einem Gespräch mit betroffenen Eltern wurde mir jetzt deutlich, wie hoch die Hürden und wie unklar die Zuständigkeiten sind, um eine Schulbegleitung für ihre Kinder bewilligt zu bekommen“, lautet das Fazit dieses Treffens. Darum wendet sich die Fraktion an die Kreisverwaltung – zunächst um Informationen über den Ist-Zustand zu bekommen, aber auch, um den Missstand abzustellen. „Wie viele Schulbegleitungen sind im Kreis Paderborn für Kinder tätig, die an Diabetes erkrankt sind?“, fragt Norika Creuzmann in einem Schreiben an Landrat Christoph Rüther – und wer Anstellungsträger für diese Schulbegleitungen ist. Wichtig ist den Grünen die Frage nach der Verantwortlichkeit sowie für die Aus- und Weiterbildung der benötigten Unterstützer:innen. Denn nach Informationen der Fraktionsvorsitzenden klafft hier eine große Lücke. „Warum erfolgt eine Anstellung der speziellen Schulbegleitungen nicht über den Kreis Paderborn?“, möchte sie darum wissen. Die Zahl der bewilligten Schulbegleitungen erscheint Norika Creuzmann als zu niedrig. Und auch der zeitliche Ablauf vom Erstantrag bis zum Einsatz der Schulbegleitungen für Kinder mit Diabetes dauert ihr angesichts der gesundheitsbedrohenden Situation viel zu lange. „Und wer unterstützt und berät die Eltern bei den Antragsverfahren?“, weiß sie um die Schwierigkeiten, denen sich Eltern bei der Stellung eines Antrags oft gegenüber sehen. Einen Blick wirft Norika Creuzmann auf die Helfer:innen. „Welche Grundqualifikationen sind eigentlich notwendig, um als Schulbegleitung nicht nur für Kinder mit Diabetes tätig werden zu dürfen?“. Sie moniert deren befristete Arbeitsverträge, die die Helfer:innen beispielsweise in den Sommerferien zwingen, die Arbeitsagentur aufzusuchen und legt der Kreisverwaltung eine Festanstellung dieser Schulbegleiter:innen ans Herz. „Monatslohn, Stundenzahl und Stundenlohn müssen fair sein und alle Begleiter:innen müssen auch die gleiche Bezahlung unter gleichen Arbeitsbedingungen erhalten“, fordert die Grüne Fraktionssprecherin. Sie pocht darum auf eine solide Ausbildung der Helfer:innen, damit diese in medizinischen Notsituationen auch wissen, was zu tun ist und so den Eltern eine Sorge nehmen kann .  

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