Danke für Euer Votum

Meine Erleichterung und meine Freude (und meine Dankbarkeit) könnten nicht größer sein. Ich bin für den dritten Platz angetreten und wurde nun einstimmig gewählt. Helmut trat auf dem sechsten Platz an und gewann ebenfalls. Vielen Dank allen Unterstützerinnen und Unterstützern! Hier ist meine Rede:
Liebe Freundinnen und Freunde,
ich mache mir Sorgen.
Um unsere Demokratie.
Um unsere natürlichen Lebensgrundlagen.
Um Frauen, deren Recht auf Selbstbestimmung wieder infrage gestellt wird.
Und vor allem darum, in welcher Welt unsere Kinder groß werden.
Ich bin Pflegemutter einer 13-jährigen Tochter. Bald werde ich zum vierten Mal Oma.
Und ich bin es inzwischen wirklich leid, immer wieder zu hören: „Kinder sind unsere Zukunft.“ Natürlich sind sie das.
Aber Kinder leben heute.
Und sie brauchen uns heute.
NRW ist mittlerweile beim Kinderschutz gut aufgestellt. Vorreiter in der ganzen Republik.
ABER
Wenn man sich im Kinderschutz ehrlich auf den Weg macht und genau hinschaut, entdeckt man immer wieder Lücken. Und diese Lücken müssen wir schließen.
Genau deshalb habe ich meine Fachgesprächsreihe „Gelingender Kinderschutz“ ins Leben gerufen. Zwölf Veranstaltungen inzwischen, mit großer Resonanz in den Netzwerken, der Fachwelt, bei Betroffenen.
Entscheidend ist für mich dabei der Austausch mit den Praktikerinnen und Praktikern. Ich will keine Politik an der Praxis vorbei machen. Ich will wissen: Wo funktioniert unser System? Wo nicht? Und was brauchen diejenigen, die jeden Tag mit Kindern und Familien arbeiten?
Erst diese Woche ging es um Kinderschutz versus Datenschutz.
Und direkt tut sich die nächste Schutzlücke auf: Eine gerade veröffentlichte Studie der Universität Münster zu spirituellem Missbrauch beschreibt Machtmissbrauch, Unterwerfung und Kontrolle – auch gegenüber Kindern.
Kinderschutz muss überall gelten, wo Kinder leben, lernen, glauben und ihre Freizeit verbringen.
Deshalb will ich in der nächsten Wahlperiode diese Schutzlücken weiter identifizieren und schließen, Pflegefamilien stärken und eine Jugendhilfe, die früher handeln kann, statt später reparieren zu müssen.
Das kostet Geld.
Und ein knapper Haushalt entbindet uns nicht von unserer Verantwortung.
Das gilt auch für den Schutz von Frauen.
Ich habe mehr als 30 Jahre in einem Frauenhaus gearbeitet. Und deshalb weiß ich nur zu gut, dass Frauenhäuser bis heute unterfinanziert sind. Wir haben die finanzielle Situation etwas verbessert, neue Plätze geschaffen und eine Stelle für den Kinderschutz. Aber eine Frau, die mit ihren Kindern vor Gewalt flieht, kann nicht auf einen Schutzplatz warten.
Sie muss wissen:
Da ist heute ein Platz.
Da bin ich sicher.
Da bekomme ich sofort Hilfe.
Der Rechtsanspruch auf Schutz vor Gewalt darf nicht nur auf dem Papier stehen, wir müssen dafür sorgen, dass jede Frau tatsächlich diesen Schutz findet.
Aber Schutz endet für mich nicht beim Menschen.
Igel, Wisent, Biber, Ratten, Wolf, Wildschweine, asiatische Hornisse. All diese Tiere beschäftigen uns regelmäßig im Umwelt Ausschuss. Und wir ringen aktuell um einen Sachkundenachweis für alle Hundehalterinnen und Hundehalter. Ich halte ihn für richtig und wichtig: Wer Verantwortung für ein Tier übernimmt, sollte wissen, was dieses Tier braucht.
Und ich gehe noch einen Schritt weiter
Ich will, dass wir die Biodiversitätsziele in Nordrhein-Westfalen konsequent umsetzen – nicht nur beschließen.
Es geht um unsere natürlichen Lebensgrundlagen.
Und deshalb bleibe ich beim Nationalpark in OWL. Die Artenkrise ist schließlich nicht verschwunden, nur weil wir einen politischen Rückschlag erlebt haben.
Die neuen Wildnisgebiete in OWL sind ein guter Schritt – aber nicht das Ende des Weges.
Und all das braucht eine Grundlage: eine starke Demokratie.
Ich bringe dafür mehr als 30 Jahre Erfahrung aus dem Frauenhaus mit, die Perspektive einer Mutter von vier Söhnen, von denen ich zu recht behaupten kann, dass sie Feministen sind, viereinhalb Jahre Landtag – und als Zweite PGF die Erfahrung, Verantwortung für unsere Fraktion zu tragen, fast immer im Hintergrund, aber genau dort, wo Verlässlichkeit zählt.
Ich weiß, dass Politik Kompromisse braucht.
Aber Kompromisse dürfen nicht dazu führen, dass wir vergessen, warum und für wen wir Politik machen.
Ich werde weiter zuhören, nachfragen und gemeinsam mit den Menschen aus der Praxis Lösungen entwickeln.
Und ich will, dass wir früher hinschauen und konsequenter handeln – für Kinder, für Frauen, für ältere Menschen, für Tiere, für unsere Natur und für unsere Demokratie.
Das ist die Klammer meiner politischen Arbeit.
Kinder sind unsere Zukunft? Ja.
Aber viel wichtiger:
Sie sind unsere Gegenwart. Und ihre Zukunft verantworten wir heute.
Ich habe noch einiges vor.
Liebe Freundinnen und Freunde,
ich möchte weiter Verantwortung in unserem Land übernehmen. Dafür habe ich die Voten der LAG Frauen, der LAG Tierschutz und der Grünen Alten NRW.
Jetzt bitte ich euch um euer Vertrauen und euer Votum.
Vielen Dank.

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