Für Kinderschutz und Demokratie
- Frederick Lüke
- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Unser GRÜNER Neujahrsempfang im Intercityhotel in Paderborn erlebte mit 220 Besuchenden einen neuen Rekord. Hier ist meine Rede:
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste, herzlich willkommen zu unserem Neujahrsempfang 2026. Ich freue mich sehr, dass wir heute gemeinsam ins neue Jahr starten – in ein Jahr voller Aufgaben, aber auch voller Hoffnung.
Unser Leitmotiv lautet: Zukunft gestalten. Verantwortung übernehmen. Und diese Verantwortung hat für uns drei klare Schwerpunkte: Natur schützen, Kinder stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt verteidigen.
Wir gehen mit Zuversicht in dieses Jahr – aber nicht sorglos. Positiv, ja. Aber auch mahnend. Denn wir erleben: Demokratie, Natur und sozialer Zusammenhalt sind keine Selbstverständlichkeiten mehr.
Natur- und Klimaschutz sind keine Luxusprojekte. Sie sind die Grundlage für alles andere: für Gesundheit, für Wohlstand und für Sicherheit.
NRW geht beim Klimaschutz voran – beim Ausbau von Wind- und Solarenergie und bei der kommunalen Wärmeplanung. Aber neben der Klimakrise erleben wir eine zweite große ökologische Krise: die Biodiversitätskrise.
Dass inzwischen sogar der Igel auf der Roten Liste steht, ist ein deutliches Warnsignal. Arten verschwinden leise – und oft schneller, als wir handeln.
Mit dem neuen Landeswaldgesetz, mit Artenschutzprogrammen und mit konsequentem Vorgehen gegen Umweltkriminalität setzen wir klare Zeichen. Der Nationalpark Eifel zeigt: Naturschutz ist eine Erfolgsgeschichte – wenn man ihn politisch will.
Doch wir müssen ehrlich sein: Natur schützt sich nicht von allein. Sie braucht Mehrheiten, sie braucht Engagement – und sie braucht Menschen, die sagen: Hier ist unsere Grenze.
Generationengerechtigkeit heißt: Unsere Kinder sollen Wälder, sauberes Wasser und Artenvielfalt erleben – nicht nur noch Statistiken über das, was verloren ging.
Ein wichtiger Schritt dafür ist die neue Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte in NRW. Das ist mehr als eine neue Stelle – es ist ein politisches Bekenntnis: Kinderrechte dürfen nicht nebenbei laufen, sie gehören ins Zentrum unseres Handelns.
Und ich sage ganz persönlich: Kinderschutz ist für mich kein abstraktes Politikfeld. Mit meiner Reihe „Gelingender Kinderschutz in NRW“ habe ich viele Einrichtungen, Fachkräfte und Initiativen kennengelernt, die jeden Tag Verantwortung übernehmen – oft unter schwierigen Bedingungen.
Diese Begegnungen zeigen mir: Guter Kinderschutz entsteht dort, wo Prävention ernst genommen wird, wo Fachkräfte gestärkt werden und wo Politik verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Aber sie zeigen auch: Wenn wir hier nachlassen, zahlen Kinder den Preis.
Deshalb müssen wir klar sagen: Kinderschutz ist Demokratiearbeit. Wer Kinder schützt, schützt ihre Würde. Wer Kinderrechte stärkt, stärkt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Kindern eine starke Stimme zu geben heißt, ihnen eine Zukunft zu geben. Und diese Verantwortung dürfen wir niemals relativieren.
Wenn wir über Zukunft reden, reden wir über Kinder.
Jedes Kind in NRW soll die besten Startchancen haben – unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Geldbeutel der Eltern.
Mit dem Kita-Sozialindex und den Chancen-Kitas sorgen wir dafür, dass mehr Personal und mehr Mittel dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Mit dem Startchancen-Programm stärken wir hunderte Schulen in schwierigen Lagen – mit zusätzlichem Personal, besserer Ausstattung und mehr Unterstützung.
Unser Prinzip ist klar: Ungleiches ungleich behandeln, um echte Chancengleichheit zu schaffen.
Aber auch hier gilt: Fachkräftemangel, hohe Belastungen in Kitas und Schulen und soziale Ungleichheit bleiben große Herausforderungen.
Deshalb sagen wir klar: Wer bei Kindern spart, spart an der Zukunft. Investitionen in Kinder sind keine Ausgaben – sie sind die wichtigste Zukunftsinvestition, die wir als Gesellschaft machen können.
NRW ist bunt, vielfältig und weltoffen. Diese Vielfalt ist unsere Stärke.
Aber wir erleben auch: Unsere Demokratie steht unter Druck. Rechtsextreme Kräfte gewinnen an Einfluss. Hass, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit werden lauter – auch in Parlamenten.
Deshalb sage ich heute bewusst mahnend: Es darf keine Gewöhnung an Rechtsradikalismus geben. Keine Normalisierung, kein Wegschauen, kein Relativieren.
Mit dem Landesantidiskriminierungsgesetz schließen wir Schutzlücken und sorgen dafür, dass niemand wegen Herkunft, Religion, Geschlecht, Behinderung oder sexueller Identität benachteiligt wird.
Wir stärken Beteiligung durch Bürgerräte und politische Bildung. Denn Demokratie lebt nicht vom Zuschauen, sondern vom Mitmachen.
Das Wahlrecht ab 16 ist ein starkes Signal: Junge Menschen bekommen eine Stimme. Und wir brauchen diese Stimmen – für eine offene, solidarische Zukunft.
Zusammenhalt entsteht nicht von selbst. Er entsteht dort, wo Menschen füreinander einstehen, wo Vereine, Initiativen und Ehrenamt Verantwortung übernehmen.
Demokratie beginnt vor Ort: in unseren Städten und Gemeinden.
Mit der Entlastung hochverschuldeter Kommunen und Rekordzuweisungen aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz geben wir den Kommunen wieder Luft zum Atmen – für Kitas, Schulen, Sport, Kultur und soziale Angebote.
Denn Zusammenhalt entsteht nicht in Sonntagsreden, sondern dort, wo Menschen sich begegnen: im Jugendzentrum, im Sportverein, auf dem Marktplatz.
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir haben viel erreicht. Aber wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen.
2026 ist ein Jahr ohne Landtagswahl in NRW – aber mit wichtigen Wahlen in anderen Bundesländern. Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie braucht Menschen, die Haltung zeigen, widersprechen und sich einmischen.
Unsere Aufgabe ist klar: gestalten statt spalten, Hoffnung geben statt Angst, Verantwortung übernehmen statt wegsehen.
Liebe Freundinnen und Freunde,
jetzt ist nicht die Zeit für Zurückhaltung. Jetzt ist die Zeit für Haltung.
Lasst uns 2026 zu einem Jahr machen,
• in dem wir die Natur nicht nur schützen, sondern entschlossen verteidigen,
• in dem wir Kinder konsequent in den Mittelpunkt unserer Politik stellen,
• und in dem wir unsere Demokratie aktiv gegen ihre Feinde behaupten.
Das bedeutet: nicht schweigen, wenn ausgegrenzt wird. Nicht wegsehen, wenn gelogen wird. Nicht klein beigeben, wenn Hass laut wird. Wir sind gefragt – hier und heute, in unserem Kreisverband, in unseren Kommunen, in unseren Nachbarschaften.
Wir brauchen jede und jeden von euch:
• auf der Straße und an den Infoständen,
• in den Räten und Ausschüssen,
• in Vereinen, Initiativen und Bündnissen,
• im Gespräch mit denen, die zweifeln, und im Widerspruch gegen die, die spalten.
Demokratie verteidigt sich nicht von selbst. Natur schützt sich nicht von allein. Zusammenhalt entsteht nicht ohne Einsatz.
Unsere Antwort auf Angst ist Solidarität. Unsere Antwort auf Hass ist Menschlichkeit. Unsere Antwort auf Stillstand ist mutige Veränderung.
Lasst uns zeigen: Wir stehen auf. Wir mischen uns ein. Wir geben die Zukunft nicht preis.
Nicht für Parolen – sondern für Verantwortung. Nicht für Ausgrenzung – sondern für Zusammenhalt. Nicht für gestern – sondern für morgen.
Ich danke euch für euren Mut, eure Zeit und eure Haltung.
Lasst uns dieses Jahr kämpferisch, solidarisch und entschlossen gestalten.
Denn: Zusammenhalt ist stärker als Hass. Hoffnung ist stärker als Angst. Und Demokratie ist stärker als ihre Feinde.
Vielen Dank.

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