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Eine Woche Praktikum: Von der Schule in den Landtag

Klar, ein gewisser Aufwand ist es schon, für eine Woche einen Praktikanten im Landtag zu haben. Er muss angemeldet, betreut und beschäftigt werden. Viele Zusammenhänge müssen erklärt und viele Fragen beantwortet werden. Gleichwohl macht es auch Spaß, einen jungen Menschen an das politische Geschehen heranzuführen. Julius Beckers aus Paderborn erwies sich schnell als Glücksgriff. Hier ist sein Bericht, der mich auch ein wenig zum Schmunzeln brachte:


"Hort der Geheimnisse"


Der Landtag in Düsseldorf. Für viele ein Hort der Geheimnisse oder eine Bastion der ungewissen Fragen. Und doch dorthin, zum Kern der nordrhein-westfälischen Demokratie, würde ich für eine Woche mich begeben. Als Praktikant für Norika Creuzmann (MdL aus Paderborn) konnte ich für eine Woche spannende Einblicke hinter die Kulissen dieser Institution erhaschen. Der Montag begann mit einer kurzen, aber intensiven Tour durch das Gebäude, das vor allem durch seine moderne sehr strukturierte Architektur direkt am Ufer des Rheins überzeugt. Das innere, wie auch das äußere, nutzt viele Kreise und große Fenster, die gemeinsam ein offenes und einladendes Klima geben, das auch zeigt, wie wichtig die Transparenz und Volksoffenheit für unser Parlament ist. Nach dieser Tour führte mich Norika noch kurz in die Arbeitsweisen der Parlamentarier ein. Danach wurde mir noch gezeigt, was ich in den folgenden Tagen zu machen hätte. Aber damit war dieser Tag des Beginnens auch schon wieder vorbei.


In die Vollen: Fachtagung und Ausschüsse


Der folgende Tag war geprägt von Vorbereitungen. Ob nun für die Ausschüsse und Kommissionen, denen ich am Donnerstag teilhaben würde, oder auch für die Tagung, die am Mittwoch geplant war. Dazu kam ich zum ersten Mal in den Genuss der Kantine des hohen Hauses, der Ort, an dem die Abgeordneten zwischen den Sitzungen ihre Kräfte tanken und gemeinsamen plaudernd mit wunderbarem Blick auf den Rhein ihr Essen genießen. Nach dieser kurzen, aber doch regenerierenden Pause, ging meine Arbeit unbeschwert weiter. Der Mittwoch war gar nicht in Düsseldorf im Landtag verbracht worden, da Norika, und damit in gewisser Weise auch ich, zur Fachtagung zur Qualitätsentwicklung im jugendamtlichen Kinderschutz, eingeladen worden ist. In dieser Tagung wurde rückblickend auf ein Projekt des Landes NRW zur Verbesserung des Kinderschutzes geblickt, und die Ergebnisse geteilt. Durch Vertreter der verschiedenen Jugendämter NRWs konnte dann auch ein guter Diskurs entstehen, der viel Interessantes zu Problemen, Hürden, aber auch Hoffnung im Kinderschutz zeigte.




Am Donnerstag war ich wieder im Landtag, dort war ich zuerst Zuschauer beim Ausschuss für Kinder, Familie und Jugend. Hier sah ich im Detail, wie man im Parlament redet, diskutiert und argumentiert. Ich hörte zu, wie hitzig über Themen wie die Fortführung des Kitaausbaus oder Familienzentren debattiert wurde. Nach einer kurzen Mittagspause mit einem schönen Rheinblick ging es weiter mit der Kinderschutzkommission. Hier gab es eine Anhörung, also das Befragen von Experten, zum Thema: Social Media und dessen Gefahr auf das Kindeswohl. Als Abschluss des Tages begleitete ich Norika nach unserer Rückfahrt nach Paderborn noch zum WDR-Stadtgespräch, wo eine spannende Debatte zur Jugendkriminalität geführt wurde. Am letzten Tag, dem Freitag also, war ich noch mit der Rekapitulation und der Dokumentierung der vorherigen Woche beschäftigt. Und damit war mein einsichtsreiches und schönes Praktikum vorbei. In diesen fünf Tagen sammelte ich viele sehr schöne Erfahrungen und sinnvolle Informationen, ich lernte gut die Arbeit im Parlament kennen, und sah, dass trotz dieser Bedeutung und der Sagenumwobenheit doch alle ganz normalen Menschen sind, wie du und ich.



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